Wetter im Flugfunk: ATIS, VOLMET und QNH richtig verstehen
Für Piloten, die nach Sichtflugregeln (VFR) unterwegs sind, ist das Wetter der absolut kritischste Faktor der Flugplanung. Doch die Meteorologie spielt nicht nur am Boden eine Rolle – auch im Sprechfunkverkehr ist die Übermittlung und Bestätigung von Wetterdaten essenziell.
In der Prüfung zum Flugfunkzeugnis (BZF 1 und BZF 2) der Bundesnetzagentur gehört das korrekte Verstehen und Zurücklesen von meteorologischen Informationen zu den wichtigsten Bewertungskriterien. In diesem Leitfaden entschlüsseln wir die wichtigsten Begriffe wie ATIS, VOLMET, QNH und erklären, worauf Prüfer bei diesen Themen ganz besonders achten.
Die Priorität von Wettermeldungen (SERA.14005)
Eine beliebte Frage im Multiple-Choice-Teil der BNetzA-Prüfung lautet: Welchen Vorrang haben Wettermeldungen auf einer Funkfrequenz? Wer den Funkverkehr nach den europäischen SERA-Regularien (Standardised European Rules of the Air) gelernt hat, weiß, dass der Flugfunk streng hierarchisch ist. Wettermeldungen haben hierbei eine verhältnismäßig niedrige Priorität. Sie stehen auf Platz 5 der Rangfolge. Sie ordnen sich zwingend hinter Notmeldungen (MAYDAY), Dringlichkeitsmeldungen (PAN PAN), Peilfunkmeldungen und Flugsicherheitsmeldungen ein. Lediglich allgemeine Flugbetriebsmeldungen haben eine noch geringere Priorität als das Wetter.
Das bedeutet für die Praxis: Wenn du eine Wettermeldung absetzen oder erfragen möchtest, vergewissere dich unbedingt, dass die Frequenz frei ist und du keinen wichtigeren Funkverkehr störst.
ATIS: Die automatische Flugplatzinformation
An kontrollierten Flugplätzen (und immer häufiger auch an großen unkontrollierten Plätzen) gibt es eine separate Funkfrequenz für das Wetter: Die ATIS (Automatic Terminal Information Service).
Hierbei handelt es sich um eine fortlaufende, automatisierte Endlosschleife, die Piloten über die aktuellen Wetterbedingungen, die Pistenverhältnisse und Besonderheiten am Platz informiert. Der Clou: Jede neu aufgezeichnete ATIS-Meldung (meist alle 30 bis 60 Minuten aktualisiert) erhält einen fortlaufenden Buchstaben aus dem ICAO-Alphabet.
So läuft das Verfahren ab:
- Bevor du den Tower oder die Rollkontrolle funkst, rastest du die ATIS-Frequenz und hörst dir die Aufzeichnung an.
- Du notierst dir den aktuellen Kennbuchstaben (z. B. "Information ALFA").
- Beim Erstanruf beim Fluglotsen meldest du unaufgefordert, dass du diese Information abgehört hast (Beispiel-Phraseologie: "MIT INFORMATION ALFA" / "WITH INFORMATION ALFA").
Dadurch weiß der Lotse sofort, dass du über das aktuelle Wetter, das QNH und die aktive Piste im Bilde bist, und muss dir diese Daten nicht mühsam über die Arbeitsfrequenz vorlesen. Das spart wertvolle Sendezeit!
VOLMET: Das Wetterlexikon für unterwegs
Während die ATIS immer nur für einen spezifischen Flugplatz gilt, gibt es für den Reiseflug einen weiteren meteorologischen Dienst: VOLMET (Meteorological Information for Aircraft in Flight).
VOLMET-Sender strahlen auf festen Frequenzen Wetterberichte (meist METARs) und Vorhersagen (TAFs) für eine ganze Gruppe von Flugplätzen in einer bestimmten Region aus. Wer beispielsweise auf einem Überlandflug von Hamburg nach München ist, kann über VOLMET schon hunderte Kilometer im Voraus abhören, ob sich die Sichtflugbedingungen am Zielflugplatz verschlechtern.
QNH und Höhenmesser: Eine Frage des Readbacks
Das wohl wichtigste meteorologische Element im aktiven Sprechfunk ist das QNH. Das QNH ist der auf Meereshöhe reduzierte Luftdruck. Wenn du diesen Wert in den Höhenmesser deines Flugzeugs eindrehst, zeigt das Instrument deine Flughöhe über dem mittleren Meeresspiegel (MSL - Mean Sea Level) an.
In der Kontrollzone (CTR) und in der BNetzA-Prüfung ist das QNH von extrem hoher rechtlicher Relevanz. Gemäß SERA.8015 gehört die Höhenmessereinstellung zu den Freigaben und Anweisungen, die vom Piloten zwingend wörtlich zurückgelesen werden müssen (Readback).
Gibt dir der Prüfer oder Lotse also die Anweisung "QNH 1015", reicht ein simples "Verstanden" nicht aus. Du musst den Wert exakt bestätigen: "QNH EINS NULL EINS FÜNF". Ein falsches oder fehlendes Zurücklesen des QNHs führt in der praktischen Sprechfunkprüfung unweigerlich zu Punktabzügen, da ein falsch eingestellter Höhenmesser im echten Flugbetrieb zu katastrophalen Luftraumverletzungen oder Kollisionen führen kann.
CAVOK: Das Lieblingswort jedes VFR-Piloten
In den Wetterberichten und Funksprüchen wirst du regelmäßig über Abkürzungen stolpern. Die wichtigste und schönste Abkürzung für jeden Sichtflieger ist CAVOK (gesprochen: KAV-OH-KAY).
CAVOK steht für „Cloud and Visibility OK" und beschreibt hervorragende Flugbedingungen. Konkret bedeutet es:
- Die Sichtweite beträgt 10 Kilometer oder mehr.
- Es gibt keine Wolken unterhalb von 5.000 Fuß (oder unterhalb der höchsten Sektor-Mindestflughöhe, je nachdem, welcher Wert höher ist).
- Es gibt keine Cumulonimbus-Wolken (Gewitter) und keine signifikanten Wettererscheinungen (wie starken Niederschlag oder Nebel).
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