Phraseologie & Technik 9 Min. Lesezeit 5. April 2026 William Greger

BZF Phraseologie: Die wichtigsten Sprechfunkphrasen für Piloten

Welche Sprechfunkphrasen brauchst du wirklich für die BZF-Prüfung? Wir zeigen die wichtigsten Phraseologieblöcke für den deutschen und englischen Flugfunk – mit konkreten Beispielen.

Was ist Phraseologie – und warum ist sie so wichtig?

Im Flugfunk gibt es keine freie Kommunikation. Alle Aussendungen folgen einem genormten System von Standardphrasen – der sogenannten Phraseologie. Diese Standardisierung ist kein bürokratischer Selbstzweck: Sie verhindert Missverständnisse zwischen Piloten und Fluglotsen, beschleunigt die Kommunikation und rettet im Ernstfall Leben.

Für die BZF-Prüfung bei der Bundesnetzagentur ist die korrekte Phraseologie das entscheidende Kriterium im mündlich-praktischen Teil. Die Prüfer erwarten keine perfekte Nachahmung von Erfahrenspiloten – aber sie erwarten den korrekten Aufbau jeder Aussendung und die Verwendung der Standardphrasen.

Der Grundaufbau jeder Funkaussendung

Jede Aussendung im Flugfunk folgt dieser Struktur:

[Rufzeichen der Gegenstelle] – [eigenes Rufzeichen] – [Meldungsinhalt]

Beispiel: „München Info – Delta Echo X-ray Yankee Zulu – Position Augsburg, Höhe dreitausendfünfhundert Fuß, auf dem Weg nach Nürnberg, bitte Fluginformationsdienst"

Dieser Aufbau ist nicht optional – er ist Pflicht. Eine Aussendung, die nicht mit dem Rufzeichen der Gegenstelle beginnt, gilt als phraseologisch falsch.

Die wichtigsten Phraseologieblöcke für die BZF-Prüfung

1. Erstkontakt und Anmeldung

Beim Erstkontakt nennst du immer: Rufzeichen der Gegenstelle, dein Rufzeichen, Position und Höhe, Vorhaben sowie – falls relevant – den aktuellen QNH-Wert:

„[Platz Info / Info / Tower] – D-EXYZ – Position [Ort], Höhe [X] Fuß QNH [XXXX], auf dem Weg nach [Ziel], bitte [Platzrundeninfo / Anflug / Fluginformationsdienst]"

2. Rückhörbestätigung (Readback)

Sicherheitsrelevante Informationen und Freigaben müssen wörtlich zurückgelesen werden. Dazu zählen:

  • Startfreigaben
  • Landefreigaben
  • Transponder-Squawk-Codes
  • Streckenfreigaben und Höhenanweisungen
  • Kurs- und Frequenzanweisungen

Beispiel für Readback einer Startfreigabe: „Startfreigabe Piste 26, D-EXYZ"

Kein Readback bei reinen Informationsdurchsagen (z.B. Wetterinfos), die keine sicherheitsrelevante Anweisung enthalten.

3. Positionsmeldungen in der Platzrunde

In der Platzrunde (Traffic Pattern) meldet man Position und Höhe an den vorgesehenen Punkten:

  • Querab (links/rechts), Gegenanflug: „D-EXYZ, Gegenanflug Piste 26, Höhe 1000 Fuß"
  • Queranflug: „D-EXYZ, Queranflug Piste 26"
  • Endanflug: „D-EXYZ, Endanflug Piste 26, zum Landen"

4. Transponder (Squawk)

Transponder-Anweisungen werden immer im Readback bestätigt:

Anweisung: „D-EXYZ, stellen Sie Squawk zwei-drei-vier-sieben"
Readback: „Squawk zwei-drei-vier-sieben, D-EXYZ"

Wichtige Notcodes, die du auswendig kennen musst:

  • 7700 – Notfall (Squawk Emergency)
  • 7600 – Funkausfall
  • 7500 – Entführung / Unbefugte Einflussnahme

5. MAYDAY – Notruf bei unmittelbarer Gefahr

MAYDAY ist die höchste Dringlichkeitsstufe im Flugfunk und zeigt eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben an. Der Notruf folgt immer diesem Schema:

MAYDAY – MAYDAY – MAYDAY – [Rufzeichen] – [Position] – [Art des Notfalls] – [Besatzung und Passagiere] – [Absicht] – [weitere relevante Angaben]

Beispiel: „MAYDAY – MAYDAY – MAYDAY – Delta Echo X-ray Yankee Zulu – Position 10 km nördlich Augsburg – Triebwerksausfall – Besatzung 2 Personen – Notlandung beabsichtigt – Squawk 7700"

Nach einem MAYDAY-Ruf sollte der Transponder auf 7700 gestellt werden.

6. PAN-PAN – Dringlichkeitsmeldung

PAN-PAN wird bei einer Situation verwendet, die dringend ist, aber noch keine unmittelbare Lebensgefahr darstellt – z.B. ein orientierungsloser Pilot, ein medizinischer Notfall an Bord oder ein technisches Problem ohne sofortige Absturzgefahr. Der Aufbau entspricht dem MAYDAY-Schema, jedoch mit „PAN-PAN" (dreifach).

7. Notkommunikation auf Englisch (BZF 1)

Für das BZF 1 muss Notkommunikation auch auf Englisch sicher beherrscht werden:

„MAYDAY – MAYDAY – MAYDAY – [callsign] – position [position] – [nature of emergency] – [souls on board] – [intentions]"

Die Schlüsselwörter und der Aufbau sind identisch mit dem deutschen Verfahren – was sich ändert, ist die Sprache.

Häufig verwechselt: QNH und QFE

Diese beiden Barometerwerte tauchen regelmäßig in der BZF-Prüfung auf:

  • QNH: Luftdruck, auf Meereshöhe reduziert – gebräuchlichster Referenzwert in der Fliegerei. Höhenmesser zeigt Höhe über Meeresspiegel (AMSL).
  • QFE: Luftdruck am Platz auf Platzhöhe – Höhenmesser zeigt Höhe über Platz (AGL = 0 beim Aufsetzen). Wird in Deutschland selten, aber teilweise noch an kleineren Plätzen verwendet.

Die Notfrequenz 121,5 MHz

Die internationale Notfrequenz 121,5 MHz muss auswendig bekannt sein. Sie wird für MAYDAY-Rufe und zur Kommunikation bei Funkausfall auf VHF genutzt. In Deutschland ist sie rund um die Uhr von der Flugsicherung überwacht.

Phraseologie lernen – so geht es effektiv

Phraseologie kann man nicht aus Büchern lernen – man muss sie sprechen. Das bloße Lesen von Phraseologietabellen führt im mündlichen Teil der BZF-Prüfung regelmäßig zu Blockaden. Erst wenn du die Phrasen hunderte Male in echten Simulationen verwendet hast, kommen sie automatisch und fehlerfrei.

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