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Notverfahren 8 Min. Lesezeit 10. April 2026 William Greger

Notfall im Cockpit: MAYDAY, PAN PAN und die Funkverfahren

So reagierst du im Notfall am Flugfunk. Alles über MAYDAY, PAN PAN, Blindsendungen und die richtige Struktur deiner Notmeldung für die BZF-Prüfung.

Notfall im Cockpit: MAYDAY, PAN PAN und die richtigen Funkverfahren

Es ist die Situation, die sich kein Pilot wünscht, auf die aber jeder vorbereitet sein muss: Ein technisches Problem, extremer plötzlicher Wetterumschwung oder ein medizinischer Notfall an Bord. In solchen Momenten ist der Flugfunk deine wichtigste Lebensversicherung.

In der BZF-Prüfung der Bundesnetzagentur nimmt der Not- und Dringlichkeitsverkehr einen enormen Stellenwert ein. Prüfer wollen sehen, dass du unter Stress nicht in Panik verfällst, sondern die strikten Verfahren der europäischen SERA-Verordnung und der DFS punktgenau anwendest. In diesem Ratgeber erklären wir dir die Systematik hinter den Notverfahren – verständlich, praxisnah und prüfungsrelevant.

Der fundamentale Unterschied: Notfall vs. Dringlichkeit

Die wichtigste Entscheidung, die du als Pilot (Pilot in Command) im Ernstfall treffen musst, ist die Einstufung der Situation. Der Flugfunk unterscheidet hier strikt zwischen zwei Kategorien, die auch in der Theorieprüfung immer wieder abgefragt werden:

1. Der Notfall (MAYDAY)

Das international standardisierte Signalwort MAYDAY (dreimal hintereinander gesprochen) signalisiert einen echten Notfall. Die rechtliche Definition hierfür lautet: Es besteht eine unmittelbar drohende Gefahr für das Luftfahrzeug oder Personen, und es wird sofortige Hilfe benötigt. Typische Beispiele: Triebwerksausfall im Flug ohne erreichbaren Flugplatz in Gleitdistanz, Feuer an Bord oder schwere strukturelle Schäden.

2. Die Dringlichkeit (PAN PAN)

Das Signalwort PAN PAN (ebenfalls dreimal hintereinander gesprochen) kennzeichnet eine Dringlichkeitsmeldung. Die Definition lautet hier: Die Sicherheit eines Luftfahrzeugs oder einer Person ist bedroht, es bedarf jedoch keiner sofortigen Hilfe. Typische Beispiele: Ein unruhig laufender Motor (der aber noch Leistung liefert), Orientierungsverlust (Verfahren) oder ein Passagier, der dringend ärztliche Betreuung am Boden benötigt (hierfür gibt es den speziellen Zusatz PAN PAN MEDICAL).

Absolute Priorität auf der Frequenz (SERA.14005)

Der Flugfunk ist kein Telefonat, sondern eine geteilte Frequenz. Daher regelt die Verordnung SERA.14005 exakt, welche Meldungen Vorrang haben, wenn mehrere Stationen gleichzeitig funken wollen. Diese Hierarchie musst du für die BNetzA-Prüfung auswendig wissen:

  1. Notanrufe und Notmeldungen (MAYDAY): Haben absolute Priorität vor allem anderen.
  2. Dringlichkeitsmeldungen (PAN PAN): Dürfen jeden anderen Funkverkehr unterbrechen, außer einen Notfall.
  3. Peilfunkmeldungen
  4. Flugsicherheitsmeldungen (z. B. Bewegungs- und Kontrollmeldungen)
  5. Wettermeldungen
  6. Flugbetriebsmeldungen

Sobald du ein MAYDAY oder PAN PAN auf der Frequenz hörst, gilt für alle anderen Luftfahrzeuge strikte Funkstille (Silence), bis der Notverkehr offiziell für beendet erklärt wird!

Die Struktur der Notmeldung: Klarheit rettet Leben

Wenn du in eine Notsituation gerätst, gilt der wichtigste Grundsatz der Fliegerei: Aviate, Navigate, Communicate (Fliege das Flugzeug, navigiere sicher, und funke erst dann).

Sobald du das Flugzeug unter Kontrolle hast und funkst, darf deine Meldung nicht aus unstrukturierten Sätzen bestehen. Die Flugsicherung benötigt spezifische Informationen in einer exakten Reihenfolge, um dir effizient helfen zu können (z.B. um Such- und Rettungsdienste, den SAR, zu alarmieren).

Eine professionelle Not- oder Dringlichkeitsmeldung folgt dieser Struktur:

  1. Das Signal: MAYDAY, MAYDAY, MAYDAY (oder PAN PAN)
  2. Die gerufene Station: Falls du bereits auf einer Frequenz mit einem Lotsen bist.
  3. Dein Rufzeichen: Vollständig und deutlich.
  4. Die Art des Notfalls: Kurz und präzise (z. B. "Triebwerksausfall").
  5. Die Absichten des Piloten: Was tust du gerade? (z. B. "Führe Notlandung durch").
  6. Position, Flughöhe und Kurs: Damit die Retter wissen, wo sie suchen müssen.

Prüfungstipp: Versuche nicht, im Notfall Romane zu erzählen. Der Fluglotse am Boden kann dein Flugzeug nicht fliegen. Er braucht nur die harten Fakten, um den Luftraum um dich herum zu räumen und die Rettungskräfte zu koordinieren.

Was tun, wenn niemand antwortet? Die Blindsendung

Eine besonders tückische Frage in der Theorieprüfung dreht sich um das Thema Senderausfall oder mangelnde Funkabdeckung (z. B. im tiefen Sinkflug über bergigem Terrain). Was tust du, wenn du eine Notmeldung absetzt, aber niemand antwortet?

In diesem Fall wendest du das Verfahren der Blindsendung an. Du gehst davon aus, dass dein Sender noch funktioniert und irgendjemand (ein Lotse oder ein hoch fliegendes Verkehrsflugzeug) dich hören kann. Du sendest deine komplette Meldung zweimal hintereinander und leitest sie mit dem Wort "BLINDSENDUNG" (im Englischen: "TRANSMITTING BLIND") ein. Parallel dazu rastest du auf deinem Transponder den Notfall-Code 7700 ein. Dieser Code löst auf den Radarschirmen der Flugsicherung sofort optische und akustische Alarme aus, selbst wenn kein Sprechfunkkontakt besteht.

Notverfahren meistern: Der simulierte Ernstfall bei BZF-Kurs.de

Das Lesen dieser rechtlichen Verfahren ist essenziell für die Theorieprüfung. Doch wenn der BNetzA-Prüfer im praktischen Teil plötzlich sagt: "Ihr Motor fängt an zu stottern und fällt aus", schnellt der Puls bei den meisten Flugschülern nach oben. Das oft hastig auswendig gelernte Wissen ist plötzlich wie weggeblasen.

Genau deshalb legen wir in unserem BZF Online Kurs einen massiven Fokus auf diese Sonderverfahren. In unseren interaktiven Live-Simulationen via Google Meet üben wir Not- und Dringlichkeitsverfahren in geschützten Kleingruppen von maximal 5 Personen.

Unsere erfahrenen Trainer spielen unterschiedlichste Szenarien durch. Du lernst, Prioritäten zu setzen, die Struktur der Meldung unter kognitiver Belastung abzurufen und auch dann souverän zu bleiben, wenn der fiktive Lotse Rückfragen stellt. Durch dieses intensive, realitätsnahe Drill-Training verlierst du die Angst vor dem Unvorhergesehenen – und gehst mit einem absoluten Erfolgs-Mindset in deine BZF-Prüfung.

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William Greger

Autor

William Greger

Pilot mit PPL(A)-Lizenz und Gründer von BZF-Kurs.de und BZF-Fragen.de. William hat selbst online für das BZF gelernt und hilft seitdem neuen Flugschülern, ihre Prüfung bei der Bundesnetzagentur zu bestehen.

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Inhaltsverzeichnis
Der fundamentale Unterschied: Notfall vs. Dringlichkeit1. Der Notfall (MAYDAY)2. Die Dringlichkeit (PAN PAN)Absolute Priorität auf der Frequenz (SERA.14005)Die Struktur der Notmeldung: Klarheit rettet LebenWas tun, wenn niemand antwortet? Die BlindsendungNotverfahren meistern: Der simulierte Ernstfall bei BZF-Kurs.de
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